LEADER-Aktionsgruppe Brenzregion tagte in Gussenstadt

In ihrer ersten Auswahlsitzung der aktuellen Förderperiode (2014-2020) brachte die LEADER- Aktionsgruppe Brenzregion erste Projekte auf den Weg. Insgesamt sollen EU- Mittel in Höhe von 295.000 Euro und Landesmittel in Höhe von knapp 57.000 Euro in sieben Projekte fließen. Die Projekte tragen insgesamt zur Sicherung und Schaffung von Arbeitsplätzen in der Region – vor allem für Frauen- bei und befassen sich mit Schwerpunktthemen aus dem Regionalen Entwicklungskonzept der Brenzregion.

Die jüngste Sitzung der LEADER-Aktionsgruppe Brenzregion fand im Ursulastift in Gussenstadt statt. Wie der Gussenstädter Ortsvorsteher, Werner Häcker, in seinem Grußwort berichtete, wurde das Ursulastift vor etwa zwei Jahren mit LEADER- Mitteln barrierefrei gestaltet und hat sich seitdem zu einem richtigen Mittelpunkt für Jung und Alt im Ort entwickelt. „Dieses Projekt zeigt deutlich, welche Möglichkeiten es gibt, durch die LEADER-Förderung nachhaltige Regionalentwicklung zu betreiben“, so der Vorsitzende der LEADER-Aktionsgruppe Landrat Thomas Reinhardt.

LEADER- Geschäftsführerin Hester Rapp- van der Kooij informierte über das neue Auswahlverfahren, bei dem die Mitglieder der Aktionsgruppe an Hand von Projektauswahlkriterien die Qualität und Förderwürdigkeit der Projekte beurteilen. Im ersten Projektaufruf vom 2. Oktober 2015 wurden EU- Mittel in Höhe von 500.000 Euro ausgelobt.

Insgesamt wurde in der Sitzung des Entscheidungsgremiums über elf Projektanträge beraten.Sieben Anträge wurden als förderwürdig anerkannt. Die ausgelobten Fördermittel reichten für alle beschlossenen Projekte aus. Vier Anträge haben laut der LEADER- Aktionsgruppe die notwendige Mindestpunktzahl oder ein Pflichtkriterium nicht erreicht und können daher nicht berücksichtigt werden. Die beschlossenen Projekte dürfen vorbehaltlich der Bewilligung durch das Regierungspräsidium in Stuttgart mit einer Förderung durch die EU und das Land Baden- Württemberg rechnen.

Gabriele Hiltner darf sich über einen Zuschuss für Ihr Vorhaben in Weidenstetten freuen. Sie beantragte die Umnutzung eines ehemaligen Wohnhauses in ein Café mit dem Namen d´ Villa.

Traudel Gold und Angelika Dömel werden mit LEADER- Mitteln ihr Café „Veredelt“ in Königsbronn erweitern und einen Verkaufsraum einrichten.

Die Gemeinde Königsbronn beantragte eine Konzeption „Erlebnisraum Brenz“ und möchte außerdem im historischen Flammofen ein Industriemuseum einrichten.

Ein weiteres bewilligtes Vorhaben ist die Umnutzung einer ehemaligen Industriehalle in eine Veranstaltungshalle zur Erhaltung und Pflege von ländlicher Tradition und Brauchtum durch die IGS Sontheim.

Außerdem wurde ein Projekt der Gemeinde Gerstetten beschlossen. Hier handelt es sich um die Umnutzung des alten Schulhauses in Heuchlingen zu einem Dorfladen.

Auch die LEADER- Geschäftsstelle für das Jahr 2016 wurde erwartungsgemäß beschlossen.

Die Aktionsgruppe beschloss zudem, den zweiten Projektaufruf bis 20.Januar 2016 zu verlängern. Das EU-Budget für diesen Aufruf beträgt 120.000 € – hinzu kommen je nach Fördermodul nationale Fördermittel in entsprechendem Förderverhältnis. Eingereicht werden dürfen Projekte für folgende Themenbereiche:

  • Innovative Maßnahmen für Frauen (IMF)
  • Projekte im Rahmen der Landschaftspflegerichtlinie (LPR)
  • Private – nicht – investive Kulturvorhaben nach Art. 20 der ELER – Verordnung

Projekte im Rahmen der Landschaftspflege können sowohl von Kommunen als auch von Privatpersonen eingereicht werden. Es handelt sich dabei um viele Bereiche der Landschaftspflege, wie z.B. Naturschutz, Biotopschutz, Schutz der Kulturlandschaft, Instandhaltung von Heideflächen usw. Die innovativen Projekte für Frauen sowie die Kulturprojekte können lediglich von Privatpersonen, Vereine und Verbände eingereicht werden. Als IMF- Projekte sind vor allem kleinere Qualifizierungs- und Existenzgründungs- und Sicherungsprojekte denkbar. Im Bereich der Kultur sind Kulturreihen/Veranstaltungen sowie Projekte im Bereich der schönen Künste möglich. Die EU- Gelder stehen in diesen Fällen nur für ein Jahr zur Verfügung. Die Projekte müssen am Anfang eines Jahres eingereicht werden und bis Ende des Kalenderjahres abgeschlossen und abgerechnet sein.

Eine weitere Sitzung zur kompletten Themenpalette der LEADER- Brenzregion wird voraussichtlich im April oder Mai stattfinden. Ein entsprechender Projektaufruf wird zeitnah erfolgen.

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